Raki, Cay und mehr: türkische Nationalgetränke 0 116

Die Türkei bietet nicht nur kulturell eine ganze Menge, auch die türkische Küche ist bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dabei sind es nicht nur die vielen leckeren Speisen, die man oft auch in Deutschland kennt, sondern auch einige Getränke.

Heiß und kalt, mit oder ohne Alkohol. Davon gibt es einige – hier gibt es eine Übersicht.

Anisschnaps aus der Türkei: Raki

Der Raki ist eines der Nationalgetränke in der Türkei. Es handelt sich dabei um einen Anisschnaps, der meist mit Wasser gemischt wird. Dadurch erhält er seine milchige Farbe. Diese führt dazu, dass Raki umgangssprachlich auch als Löwenmilch bekannt ist.

Touristen trinken Raki als klassischen Schnaps, Einheimische genießen den Anisschnaps vor allem zu einer Mezze-Platte, die es in vielen Fischrestaurants gibt.

Das türkische Getränk schlechthin: Cay

Cay ist der bekannte und vielerorts geschätzte türkische Schwarztee. Dieser hat seinen Ursprung in der türkischen Schwarzmeerregion und stammt aus der Provinz Rize. Hier wird er seit mehr als 100 Jahren angebaut.

Der Cay wird in der Türkei beinahe überall getrunken, auf Basaren, in Cafés oder in eigenen Teegärten. Er wird zwischendurch getrunken und ist somit beinahe allgegenwärtig. Auch bei Touristen ist der türkische Tee sehr beliebt und wird daher auch in vielen Hotels angeboten. Zubereitet wird Cay typischerweise im Caydanlik, der dem russischen Samowar sehr ähnlich ist.

Keine Milch, aber beliebt: Ayran

Ayran besteht aus Jogurt, Salz und Wasser und hat in der türkischen Kultur die längste Geschichte.

Ayran gilt innerhalb der Türkei als sehr gesund und wird bevorzugt zu den türkischen Fleischgerichten wie Köfte oder Adana Kebab getrunken.

Vor allem in Europa gibt es Ayran inzwischen auch in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie zum Beispiel Pfirsich.

Auch in der Türkei geschätzt: Wein

Sarap ist der typische türkische Wein, der seine Geschichte bereits seit tausenden Jahren erzählen kann. Funde türkischer Weinreben sind mehr als 5.000 Jahre alt.

Kein Wunder also, dass der Wein in der Türkei ebenso zum Leben dazugehört. Wer zu Besuch ist, sollte einmal einen echten türkischen Wein kosten – das lohnt sich!

Zimt und Orchideenpulver: Salep

Aus Zimt, Orchideenpulver und Milch wird Salep zubereitet. Seinen Ursprung hat das Heißgetränk in der osmanischen Küche der Paläste. Wer keinen Mokka, Tee oder Kakao trinken möchte, kann an kalten Tagen perfekt zum Salep greifen und sich damit wohlschmeckend aufwärmen.

Serviert wird das Getränk vielerorts auch in Cafés, man kann ihn aber auch selber zubereiten.

Türkisches Bier ohne viel Alkohol: Boza

Aus Hirse wird das türkische Bier Boza gebraut, das lediglich ein Prozent Alkohol enthält. Es schmeckt süßlich und prickelnd und war in ähnlicher Form bereits in der Antike bekannt.

Es ist davon auszugehen, dass Boza seinen Weg durch Nomaden in die Türkei fand.

Der unbekannte Klassiker: Kirschsaft

Viele Menschen wissen nicht, dass Kirschen ursprünglich aus der Türkei kommen. Daher ist es oft auch verwunderlich, dass der Saft der Kirsche in der Türkei so beliebt ist.

Insbesondere in den türkischen Supermärkten findet man eine Vielzahl an Getränken, die aus Kirschsaft bestehen. Sie sind sehr beliebt und schmecken vielfach sehr fruchtig.

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Türkische Pizza (Lahmacun) selber machen 0 1136

Die türkische Pizza, auch Lahmacun („Teig mit Fleisch“) genannt, ist ein traditionelles, leicht zuzubereitendes Gericht in der Türkei. Jedoch gibt es Lahmacun nicht nur in der Türkei, sondern im gesamten Nahen Osten ist diese Speise unter vielen anderen Namen zu finden.

Doch wie bereitet man die leckeren türkischen Pizzen zu? Um die türkische Pizza zuzubereiten, werden im ersten Schritt folgende Zutaten benötigt:

Zuerst die Zutaten für den Teig:
– 500g Mehl
– Eine Packung Hefe
– Ein Teelöffel Salz
– Zirka 250-300ml lauwarmes Wasser
– 40ml Olivenöl
– Eine Prise Zucker

Bei den Beilagen kann man, je nach Geschmack, oder was noch im Kühlschrank vorhanden, ist, beliebig variieren. Eine (Basis-) Möglichkeit wäre folgende:
– 500g Lammfaschiertes, auch Rindfleisch ist alternativ möglich
– Eine große Zwiebel
– Drei Knoblauchzehen
– Sechs bis acht kleine Tomaten, oder eine große Dose geschälte Tomaten
– Zwei Esslöffel Tomatenmark
– Zum Würzen: Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Chili, Sumak und Kräuter (zum Beispiel Petersilie, Oregano, Basilikum, Majoran, Thymian)

Zusätzlich zu den „einfachen/klassischen“ Zutaten, können noch Peperoni, frische Paprika (in Streifen geschnitten), Schafskäse, oder auch Salat hinzugefügt werden. Hier sind der Fantasie und den Geschmäckern keine Grenzen gesetzt.

Für die Teigzubereitung, die ganze Packung Hefe mit dem lauwarmen Wasser verrühren und kurz stehen lassen. In der Zwischenzeit, Mehl, Salz, Zucker und Olivenöl vermischen, dann nach und nach mit der Hefe vermengen und alles zusammen gut zu einem glatten Teig verkneten. Diesen Teig in eine Schüssel, die mit einem Tuch bedeckt, oder mit einem Deckel leicht zugedeckt wird, für zirka eine Stunde an einem warmen Ort (im Winter am besten nahe der Heizung, im Sommer in der Sonne) stehen lassen.

Währenddessen den Ofen auf 200°C Umluft vorheizen. Danach für die Beilagen der türkischen Pizza, die Knoblauchzehen und die Zwiebel schälen und würfelig schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und gehackte Zwiebel und Knoblauch darin anrösten. Das Faschierte hinzugeben und mit einem Kochlöffel oder einer Zange zerteilen. Anschließend die Tomaten ebenfalls klein schneiden und gemeinsam mit dem Tomatenmark und ungefähr 50ml Wasser der Pfanne hinzufügen. Die Füllung mit den Gewürzen und Kräuter vervollständigen und zugleich auch abschmecken. Dann noch zwischen 10 und 20 Minuten köcheln lassen.

Eine Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und den Teig – er sollte nun aufgegangen sein und ungefähr die doppelte Größe haben – darauf dünn ausrollen. Wenn der Teig sehr klebt, noch etwas Mehl beimengen, ist er zu trocken, noch etwas Wasser oder Olivenöl hinzufügen. Den Teig in zirka acht bis zehn gleichgroße Fladen aufteilen, etwas in die Länge ziehen und die ovalen Formen auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen. Die Fülle nun gleichmäßig, mittig auf die Teigstücke verteilen.
Im Anschluss die Backbleche jeweils 15 Minuten in den Backofen geben, bis die Pizzen schön knusprig und der Teig goldbraun ist. Noch besser schmeckt die türkische Pizza natürlich, wenn sie in einem echten Pizzaofen rausgebacken wird.

Wenn die Pizzen fertig sind, eventuell nochmals etwas nachwürzen, beziehungsweise frische Petersilie und Basilikumblätter darauf verteilen. Auch eine Joghurtsauce oder ein Kräuterdip kann dazu gereicht werden. Traditionell wird das Lahmacun mit einer Zitronenscheibe serviert.

Die Pizzen schmecken auch als kalter Snack ausgezeichnet und sind ideal zum Mitnehmen geeignet. Hierfür können sie auch, wie ein Sandwich, zusammengeklappt oder zusammengerollt werden. Je länger das türkische Lahmacun steht, desto weicher werden sie allerdings, dadurch intensiviert sich aber häufig auch der Geschmack.

Ayran ist einer der Nationalgetränke der Türkei 0 549

Ayran stammt ursprünglich aus Vorderasien, vornehmlich aus dem Kaukasus und der Türkei. Es ist ein typisches Erfrischungsgetränk, was auf der Basis von Joghurt, Salz und Wasser hergestellt wird. Im Verhältnis 2 : 1 wird die weiße Flüssigkeit schaumig geschlagen und mit Salz abgeschmeckt. Ganz traditionell wird sogar Schafsmilch benutzt. Die beliebten und häufigsten Sorten verwenden allerdings heute Kuhmilch. Wird der Ayran industriell hergestellt, dann kann auch Milchpermeat verwendet werden. Mittlerweile gilt es als Nationalgetränk in der Türkei. Vielen Gästen wird das Joghurtgetränk als Begrüßung angeboten. Seit dem Low-Carb Hype ist ein Großteil der Sportmagazine voll davon. Es wird versprochen, Ayran ist nicht nur ein Getränk, sondern es verleiht dem Körper Power. Doch wie viel Wahres ist an diesen Aussagen?

Sechs gesunde Gründe

  1. Enthält weniger Kalorien als andere Joghurtdrinks oder sogar Buttermilch. 100 Gramm Ayran besitzen nur 35 Kilokalorien.
  2. Es sind keine Zuckerzusätze vorhanden. Perfekt für eine Low-Carb-Diät.
  3. Der Joghurt wird verdünnt mit Wasser und enthält somit weniger Laktose. Für viele Menschen ein Segen für die Verdauung.
  4. Die Milchsäurebakterien sind sehr gesund für den menschlichen Darm. Die Bakterien wirken probiotisch.
  5. In Milch sind bekanntermaßen viele Spurenelemente und Mineralstoffe enthalten. Gut für die Nerven sind das enthaltene Natrium und Kalium. Das Kalzium und Phosphor fördern gesunde Zähne und stabile Knochen.
  6. Nach dem Sport, aufgrund des vielem Schwitzen, sollte der Salzhaushalt aufgefüllt werden. Genau dabei hilft ein leckerer kühler Ayran.

Ganz klassisch wird das Joghurtgetränk in der Türkei zu deftigen, scharfen Fleischgerichten getrunken. Der Milchanteil bindet scharfe Stoffe. Gehen Sie in ein richtiges türkisches Restaurant, wird das Erfrischungsgetränk mit Minze, Basilikum oder Zitronenmelisse verfeinert. Doch es existieren auch noch andere Varianten.

Joghurt trifft auf Obst

Der leichte salzige Geschmack kann den Genießer erst irritieren, doch auch in Verbindung mit Obst passt es wunderbar. In den Kühlregalen werden Sorten wie: Kirsche und Erdbeere angeboten. Doch wollen Sie den Ayran selber herstellen, können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Fast alle pürierten Früchte passen zu dem Joghurtgetränk. Versuchen Sie es doch einmal mit Feige, Granatapfel oder Banane. Der türkische Joghurt, der zur Herstellung verwendet wird, ist recht säuerlich. Deutschen Joghurtsorten verwenden andere Bakterienstämme. Darum ein Rezept zur Selbstherstellung:

  • Joghurt (2:1)
  • Wasser
  • Pürierte Früchte (zum gleichen Teil wie Wasser)
  • höchstens 2 % Salz
  • entweder 2 tl. Saure Sahne oder ein Spritzer Zitronensaft

Nicht nur in der Türkei

Die Turkvölker verbreiteten dies Getränk unter armenischen Namen „Tan“ und brachten es so nach Russland. Dort ist Tan mit oder ohne Kohlensäure erhältlich. Auch in diesem Land wurde weiter herumexperimentiert. Variante aus Ziegenmilch, mit Dill, Gurkensaft oder anderen Kräutern kamen ins Spiel. Indien und Pakistan trinken eher einen Lassi oder in Afghanistan den Dugh. Selbst bis ins Osmanische Reich ist der flüssige Joghurt vorgedrungen und nennt sich Dhallë.

Gerade im Sommer mögen viele Menschen den erfrischenden Geschmack. Da heute, durch die vielen Einwanderer, die Küche sich verändert, sollte der Ayran nicht nur aus gesundheitlichem Aspekt in den Speiseplan mit aufgenommen werden.