Wie relevant sind die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für die Türkei? 0 552

Türkei Reisehinweise

Für Reisen in die Türkei gibt es seitens des Auswärtigen Amtes in Deutschland Reisehinweise und auch Sicherheitshinweise. Zur Zeit gelten diese vor allem für Journalisten, die in einigen Fällen keine Akkreditierung bekommen. Aber auch Touristen, die sich abfällig über den türkischen Präsidenten und seine Regierung oder positiv über die Opposition äußern, geraten eventuell in den Fokus der türkischen Behörden.

Gewarnt wird dabei vor allem davor, in sozialen Netzwerken wie Facebook entsprechende Postings zu veröffentlichen, die als Beleidigung gegenüber des Präsidenten aufgefasst werden könnten. In diesem Zusammenhang setze die türkische Justiz einem Tagesschau-Bericht aus dem Oktober 2018 zufolge auf eine „rigorose Strafverfolgung“.

Regierungskritische Meinungsäußerungen sollten vermieden werden

Betroffen sind hiervon vor allem Deutsche, die enge Verbindungen in die Türkei haben oder auch eine doppelte Staatsbürgerschaft haben. Inhalte, die in Deutschland der Meinungsfreiheit unterliegen, könnten in der Türkei dabei auch zu einem Strafverfahren führen, informiert das Auswärtige Amt auf seiner Webseite.

Dabei ist unter Umständen auch davon auszugehen, dass Inhalte an die türkischen Behörden weitergegeben werden, die nicht öffentlich gepostet werden. In Frage kommen hierfür zum Beispiel anonyme Denunzianten.

Im besten Fall verzichtet man als im Vorfeld einer Türkei-Reise darauf, sich in den sozialen Netzwerken überhaupt über die Türkei oder ihre Regierung zu äußern. Insbesondere kritische Äußerungen sollten dabei aber in jedem Fall vermieden werden. Wird auch nur die Nähe zu einer regierungskritischen Organisation vermutet – zum Beispiel zur als terroristisch eingestuften Gülen-Bewegung – kann das schwerwiegende Folgen und Konsequenzen nach sich ziehen.

Im schlimmste Falle drohen langjährige Haftstrafen.

Droht deutschen Touristen eine Einreiseverweigerung?

In einigen Fällen wird zusätzlich auch von Einreiseverweigerungen berichtet, sodass deutsche Staatsbürger nicht in die Türkei einreisen dürfen. Gründe hierfür teilt die Türkei generell nicht mit, wie das Auswärtige Amt ausführt. Vermutlich bezieht sich aber auch dieses Vorgehen darauf, dass Informationen anonym weitergegeben wurden.

An der türkischen Grenze wurden zuletzt insbesondere deutsche Staatsbürger mit kurdischem oder alevitischem Familienhintergrund zurückgewiesen.

Reisehinweise für die Türkei ändern sich immer wieder

Nachdem in der Türkei eine Zeit lang auch der Ausnahmezustand herrschte, wurden die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zuletzt immer wieder angepasst. Im Sommer 2018 wurden sie wieder entschärft.

Welches Risiko ist nun generell zu erwarten?

Tendenziell gilt die Annahme, dass Touristen seitens der türkischen Behörden wenig zu befürchten haben. Dies gilt, insofern man sich gegenüber den türkischen Obrigkeiten loyal verhält und sich am besten gar nicht über den Präsidenten oder die politischen Ereignisse die Türkei betreffend äußert.

Wer als Pauschalurlauber in die Türkei reist, ein Vier-Sterne-Hotel mit All Inclusive bewohnt und sich eine Woche lang die Sonne ins Gesicht scheinen lässt, muss kaum mit Repressalien rechnen.

Politisch Aktive sollten hier bereits vorsichtiger sein. In jedem Fall ist vor einer Reise in die Türkei aber ein Blick auf die Webseite des Auswärtigen Amtes anzuraten: Hier sind immer alle aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei zu finden.

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